Dienstag, 12. Juni 2018
Was bewegt Dich gerade?
Ich bin Jana und ich wachse und heile in jedem Augenblick in Liebe.

Was bewegt mich gerade? Mich bewegt im Augenblick, dass ich gemütlich und frei atmend auf meinem wunderschönen Balkon in der Sonne sitze und einen unendlich wunderbaren Blick auf die Berge der Alpen und grüne Wälder, Hügel und Wiesen haben darf. In dieser Natur fühle ich mich frei, lebendig, geborgen, geliebt, zufrieden und glücklich.
Und während ich hier frei über meine Gefühlswelt rede, kommt mir ein Blitzgedanke in den Sinn: Wie würde ich jetzt gerade in diesem herrlichen Augenblick voller Freude und tiefen Friedens auf die Frage: „Wie geht es Dir?“ antworten. Mein Verstand fängt sofort die Prüfung dieser Frage an: Die Frage zielt auf die äußeren Umstände. Die Fakten sind, dass ich auf meinem Balkon an einem Sonntagmorgen sitze, mit einem wunderbaren Blick auf die von der Sonne bestrahlten Berge, Wälder und Wiesen. Daraus schlussfolgert mein Verstand logisch: „Es geht Dir gut.“ Doch dieses „Gut-Gehen“ kann ich in diesem Augenblick des Abschlusses meines Gedankenganges nicht mehr in mir spüren. Ich bleibe mit einem leeren, schalen Gefühl der Unwirklichkeit zurück. Durch die unterschiedliche Wahrnehmung der Außenwelt durch meine logischen Gedanken und der gefühlten Leere in meinem Inneren entsteht eine Hochspannung in mir, die mich in Aufregung und Panik versetzt. Die eben noch gefühlte Einbettung und das Gefühl des inneren Friedens durch das Einssein mit der Natur sind nun verschwunden und nun fühle ich mich wie vor einem Naturfilm mit unwirklicher Bergkulisse sitzend, die sich jetzt zweidimensional ohne mich im Außen befindet. Ich bin wie aus dem Rahmen gefallen, was mich in helle Panik versetzt. Ich fühle mich nicht mehr verbunden mit all den wunderbaren Dingen um mich und so auch nicht mehr im JETZT und HIER. Es ist, als würde das Leben außerhalb von mir stattfinden und ich kann es zwar beobachten aber nicht daran teilhaben. - Urängste steigen in mir hoch, wie Trennungsangst und Verlustangst, die ich jetzt emotional erlebe und gegen die ich ankämpfe, weil sie mich in ein emotionales Chaos stürzen und mich überfluten, während ich wie hypnotisiert und gelähmt aus dieser Situation nicht allein herauskomme. Ich fühle mich wie lebendig begraben und niemand scheint meine inneren Schreie nach Hilfe und Befreiung zu hören. - Also gebe ich hier auf und sage STOP! zu dem Film, der da gerade in mir abläuft. Ich schaue mich um, wie nach dem Erwachen aus einem bösen Traum und benenne alles, was ich sehe, höre und wo ich gerade bin. Ich verbinde mich so zurück mit der Gegenwart.

Wenn jetzt ein Mensch kommen würde mit der Frage „Was bewegt dich gerade?“, würde ich ihm von meiner Panik, meinen Schmerzen in der Leber, Bauch und im Herzen berichten und von meinen Urängsten sowie Gedanken von Vernichtung, Nicht-Gesehen-Werden, Unsichtbar-zu-sein, Aus-dem-Leben-gefallen zu sein. Ich würde ihm von meinen Gefühlen und Erfahrungen berichten, die ich gerade durchgemacht habe, würde während des Sprechens ruhiger werden, weil da jemand ist, der mir zuhört und mich so sieht (wie ich gerade da bin). Ich würde dankbar sein über die Zuwendung und würde ruhiger atmen und mich über die so entstandene menschliche Verbindungsbrücke zum Leben freuen. Meine Muskeln entspannen sich merklich; alles in mir kommt zur Ruhe und in einen wunderbaren Frieden. Durch die Gegenwart dieses freundlichen zugewandten Menschen und eine einfache Frage, komme ich zurück in Frieden, Freude, Ruhe, Harmonie und Einssein mit der Gegenwart, meinem Da-Sein und So-Sein und mit dem Leben, mit dem ich mich im gleichen Augenblick wieder verbunden fühle.

Ich bin erschrocken über die Wirkung einer so gängigen Frage (Wie geht es Dir?) in der Gegenwart und Ihre Auswirkung. Zugleich nehme ich mir vor, in Zukunft in der Begegnung mit anderen Menschen freudig und offen die ehrlich gemeinte Frage zu stellen: „Was bewegt dich gerade jetzt?“ - Was bewegt dich gerade, jetzt, nachdem Du diesen Artikel zu Ende gelesen hast, lieber Weggefährte und liebe Wegbegleiterin? Ich würde mich freuen, wenn Du Deine Gefühle und das Erlebte mit mir teilst. :-) JH

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Sonntag, 27. Mai 2018
Die Wetterlage unserer Gefühle
Ich bin Jana und ich wachse und heile in jedem Augenblick in Liebe.

Ist Euch schon einmal aufgefallen, liebe Weggefährten, dass, wenn wir irgendwohin kommen und (meist fremde) Menschen ein Gespräch oder Kontakt suchen, über das scheinbar unverbindliche Thema „Wetter“ geredet wird? - Ich habe mich ernsthaft gefragt, warum wir dieses Thema so häufig wählen, um überhaupt ins Gespräch zu kommen.
Nun weiß ich, dass nichts in der Welt und in unserem Leben ohne einen tieferen Sinn passiert und alles mit allem verknüpft ist. Bilder aus der Natur helfen uns häufig, Dinge in anderen Lebensbereichen zu verstehen. Das Wetter in der Natur würde ich in uns den Gefühlen und Emotionen gleich setzen.
Nun bin ich als Kind in einem Umfeld voll emotionalen Chaos aufgewachsen. Ich stellte in meiner kindlichen Logik fest, dass Emotionen, wie WUT oder auch nur leichter Ärger, Trauer und Angst die Menschen in meiner Umgebung so sehr im Augenblick veränderten, dass sie sich selbst vergaßen, neben sich standen, verbal und körperlich ausrasteten und nicht mehr „Herr ihrer Sinne“ waren. Als sensible „Empathin“ (=Vielfühlende, Mitfühlende, Hellfühlende) überflutete mich sowohl die subtil spürbaren Gefühle als auch das ausrastende Verhalten der Menschen um mich massiv. - Leider war in meiner Umgebung auch niemand da, der mir half, diese Überflutungen zu stoppen, einzudämmen oder irgendwie in einem guten Sinne zu bewältigen. Ich versuchte lange Zeit, meine Umgebung zutiefst zu besänftigen, indem ich versuchte, ihre hinter den Gefühlen stehenden Bedürfnisse zu erfüllen und eine entspannte, ruhige Umgebung zu schaffen. - Über Gefühle selbst wurde natürlich niemals geredet. Im Gegenteil, obwohl sie da und extrem spürbar waren, schien sie jeder in meiner Umgebung zu verleugnen und ängstlich zu verdrängen oder wegzumachen. Also blieb ich allein mit meinem emotionalen Chaos und der Angst vor dem Verhalten der Menschen um mich, dass entstand, weil die Gefühle als gefährlich eingestuft unterdrückt wurden. - Ich konnte nur überleben, weil ich irgendwann mein Herz und meinen Körper vor den Überflutungen schützend, verschlossen habe. Leider konnte ich mich so selbst nicht mehr fühlen, habe aber durch diese Maßnahme etwas Wesentliches über Gefühle lernen dürfen: Genausowenig wie das Wetter zu ändern ist oder gedanklich beeinflusst werden kann, ist es mit unseren Gefühlen. Die Wetterlage unserer Gefühle IST. Dem Wetter und den Gefühlen ist egal, ob ich sie ernst nehme oder annehme oder nicht. Das Wetter und unsere Gefühle SIND (im Moment da). Sie sind ähnlich wie der Atem das Lebendige in uns, dass sich einfach auslebt. Unsere Emotionen drücken aus, dass wir fühlende Wesen sind – egal wie sehr ich es verleugne. Meine Gefühle werden immer meine Handlungen beeinflussen. Und am Ende wollen sie nur eins, neben ihrem DASEIN: in jedem Augenblick von uns liebevoll angenommen werden, wie wir dies als Mensch uns zutiefst ersehnen von anderen Menschen: in unserem DASEIN und SOSEIN einfach angenommen und geliebt werden in jedem Augenblick unseres SEIN‘s.
Auf dem Weg der psychischen Heilung und Balance sind Gefühle unendlich wichtig, gleichen sie doch unsere innere Lage aus und reinigen uns geistig von energetischen Ablagerungen. - So kann ich mit anderen, liebevolleren Augen auch das Wetter in der Natur als großen Klärer, Aufräumer, Ausbalancierer und Reiniger ganz neu wahrnehmen und bin viel offener, das Wetter und zugleich meine Gefühle liebevoll in ihrem DASEIN und SOSEIN anzunehmen. :-) - Dann werde ich lächelnd vielleicht das nächste Mal dem Menschen, der ein Gespräch sucht, antworten, dass das Wetter (gut) ist, wie es ist und ihn/sie fragen, was genau sie/ihn gerade berührt und bewegt. :-) JH

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